

Bis 1561 veranstalteten die vornehmen Nürnberger Familien Gesellenstechen auf dem Nürnberger Hauptmarkt. Turnierfähigkeit war im Herbst des Mittelalters ein herausragendes Merkmal der Darstellung auch von bürgerlichem Selbstverständnis. Als die Rittergesellschaften die Bürger von der Teilnahme ausschlossen, gewannen die Gesellenstechen weitere Dynamik. Um Hoffahrt und Prunksucht nicht als offenen Wettbewerb zu fördern, wurden auf Kosten der Stadt Nürnberg um 1490 teure Spezialharnische für Rennen und Stechen für das Städtische Zeughaus angeschafft, die bei Bedarf an die jungen Patrizier leihweise ausgehändigt wurden.