Ausstellungsstücke im Fokus

Sportgerät mit Froschmaulcharme:
Stechzeug für Turniere der Nürnberger Patrizier

Stechzeug für Turniere der Nürnberger Patrizier

Bis 1561 veranstalteten die vornehmen Nürnberger Familien Gesellenstechen auf dem Nürnberger Hauptmarkt. Turnierfähigkeit war im Herbst des Mittelalters ein herausragendes Merkmal der Darstellung auch von bürgerlichem Selbstverständnis. Als die Rittergesellschaften die Bürger von der Teilnahme ausschlossen, gewannen die Gesellenstechen weitere Dynamik. Um Hoffahrt und Prunksucht nicht als offenen Wettbewerb zu fördern, wurden auf Kosten der Stadt Nürnberg um 1490 teure Spezialharnische für Rennen und Stechen für das Städtische Zeughaus angeschafft, die bei Bedarf an die jungen Patrizier leihweise ausgehändigt wurden.

 
 
Rennzeug
Rossstirn Coburg
Gundelfingen Tartsche
Talhofer Ingolstadt
Harnischmuster Theuerdank

Stechzeug für Nürnberger Gesellenstechen Valentin Siebenbürger – Nürnberg um 1535 Gestähltes Eisen, geschmiedet, getrieben, geriefelt und poliert Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Foto G. Janssen, Inv.-Nr. W 1315