Ausstellungsstücke im Fokus

Ritterliche Grundausbildung und Horizontvermittlung: Fechten und Fairness

Ritterliche Grundausbildung und Horizontvermittlung: Fechten und Fairness

Hans Thalhofer rangiert unter den Fechtmeistern des späten Mittelalters ganz weit oben. Zwischen 1443 und 1467 entstanden mehrere Bildhandschriften mit der für Thalhofer typischen bildorientierten Gesamtanlage. Die herausragende Münchner Handschrift entstand im Auftrag von Eberhart V. im Bart, dem Graf von Württemberg, der damals von Thalhofer unterrichtet wurde. Ein Zentrum der Ausstellung Ritterwelten bilden die hier versammelten Fechthandbücher von Hans Thalhofer, Paul Kal und Johannes Lechküchner. Neue Forschungen zur pragmatischen Schriftlichkeit rücken auch die Fechtbücher in neues Licht. Dabei zieht Paul Kal, der Fechtmeister am Landshuter Hof der Reichen Herzöge von 1450 bis 1480, besondere Aufmerksamkeit auf sich. Die Rekonstruktion seiner Lebenswelt am Hof und in der Residenz von Bayern-Landshut lässt einige der bekannten Akteure im Umfeld der „Landshuter Hochzeit“ in einer neuen Beleuchtungsregie erscheinen. Damals – in Zeiten neuer Kriegstechniken mit Kanonen und kollektiven Spießerhaufen – verklärt sich das Fechten zusammen mit der Ritterschaft zu einer Utopie der Historie.

 
 
Rennzeug
Rossstirn Coburg
Gundelfingen Tartsche
Talhofer Ingolstadt
Harnischmuster Theuerdank

Hans Thalhofer
Fechtbuch
Schwaben 1467
Bayerische Staatsbibliothek München, Cod. icon. 349a, fol. 13r